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Gesundheitsratgeber
Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung

Bringt das was?
Für Menschen mit Diabetes ist es heutzutage normal: die kontinuierliche Messung des eigenen Blutzuckers. Doch ist die Methode auch für Gesunde sinnvoll?
Zuckerspiegel über Sensoren
Kontinuierliche Glukosemessgeräte (CGM) ermöglichen die dauerhafte Messung des Blutzuckers. Dafür werden Sensoren auf die Haut aufgesetzt, meistens auf dem Oberarm. Ein dünner Faden zieht vom Sensor durch die Haut und misst den Blutzuckergehalt, die Glukose, im Gewebe. Menschen mit Diabetes können auf diese Weise genau erkennen, wann und wieviel Insulin sie benötigen. Diese Messmethode findet nun allerdings auch zunehmend Verbreitung bei Gesunden, die ihren Lebensstil optimieren wollen.
Fachleute raten ab
Der Blutzucker ist nicht konstant, sondern schwankt im Tagesverlauf. Durch manche Lebensmittel kann der Blutzucker sehr schnell ansteigen, es entstehen Blutzuckerspitzen. Manche Influencer*innen werben damit, dass sich durch die Vermeidung dieser Blutzuckerspitzen der Schlaf verbessern lasse oder weniger Heißhunger auftrete. Und um diese Spitzen zu erkennen, helfe die kontinuierliche Glukosemessung. Doch Fachleute warnen aus mehreren Gründen vor einer kontinuierlichen Blutzuckermessung bei Gesunden.
Interpretation kaum möglich
Das liegt unter anderem daran, dass die Interpretation von Blutzucker-Schwankungen bei Gesunden schwierig ist. Denn der Zuckerspiegel wird von vielen Faktoren beeinflusst, beispielsweise von der Ernährung, Hormonen, Stress und Schlaf. Die Schwankungen lassen sich also nicht einzelnen Faktoren zuordnen. Selbst medizinische Fachleute sind sich uneinig in der Auswertung solcher Schwankungen bei Gesunden. Dazu kommt ein weiterer negativer Aspekt: Menschen könnten sich übermäßig mit ihren Zuckerschwankungen beschäftigen. Dieser Fokus kann zu unnötigen Sorgen führen, denn Blutzuckerschwankungen sind völlig normal.
Keine Diagnosemethode
Dazu kommt, dass es keine Studie gibt, die eine Verbesserung der Gesundheit durch die Vermeidung von Blutzuckerspitzen bei Gesunden zeigt. Auch zur Diagnose eines Diabetes eigenen sich diese Messungen nicht, denn die Messung in der Haut ist dafür nicht genau genug. Um einen Diabetes festzustellen, führen Ärzt*innen eine Blutuntersuchung durch, manchmal auch an zwei verschiedenen Tagen. Als Fazit bleibt, dass die kontinuierliche Blutzuckermessung bei Gesunden derzeit nicht zu empfehlen ist. Für Menschen mit Diabetes ist sie allerdings eine gute Methode, die Therapie gezielter zu steuern.
Quelle: Ärzteblatt
Ständig Infekte beim Kita-Kind …

Wie viele sind normal?
Ein bisschen nervig ist es schon: Kaum kommt das Kind in die Kita, geht es los mit den Infekten. Doch wie viele Infekte sind normal – und kann man etwas dagegen tun?
Erst Nestschutz, dann Aufbau der Abwehr
Wenn Kinder auf die Welt kommen, haben sie durch von der Mutter übertragene Antikörper zunächst einen gewissen Schutz vor Infektionen. Dieser lässt im Laufe des ersten Lebensjahres nach. Dann beginnt das Kind, seine eigene Abwehr aufzubauen – und dafür braucht es den Kontakt mit Erregern.
Es ist also ganz normal, dass Kleinkinder Infekte durchmachen. Jeder Infekt trainiert ihr Immunsystem. Der Eintritt in eine Kita ist gewissermaßen wie der Start in ein kleines „Bootcamp“: Der Körper setzt sich mit vielen verschiedenen Erregern auseinander und baut so Schritt für Schritt Widerstandskraft für die kommenden Jahre auf.
Bis zu 15 Atemwegsinfektionen im Jahr
Einer britischen Studie zufolge hat ein Kleinkind nach dem Kita-Start im ersten Jahr etwa 12 bis 15 Atemwegsinfekte, zwei Magen-Darm-Erkrankungen sowie ein bis zwei Infektionen mit Hautausschlag. Mit jedem weiteren Jahr werden die Infektionen weniger. Wenn das Kind später in die Schule kommt, macht sich dieses „Bootcamp“ bezahlt: Kinder, die eine Kita besucht haben, sind in den ersten Schuljahren oft seltener krank als Kinder, die zu Hause betreut wurden.
Häufige Erkrankungen nach dem Start in der Kita sind also normal und sagen nichts über die Hygiene vor Ort oder den Gesundheitszustand des Kindes aus. Das bestätigen auch deutsche Kinderärzt*innen. Zwar gibt es hierzulande keine ganz vergleichbaren Statistiken wie in England, aber auch in Deutschland sind Kinder im ersten Betreuungsjahr deutlich häufiger von Infekten betroffen als später. Gerade in den Wintermonaten kann etwa alle zwei Wochen ein Infekt auftreten – auch das ist noch im normalen Bereich.
Genügend Zeit für die Erholung
Den besten Schutz vor schweren Infektionen bieten Impfungen, betonen Fachleute. Deshalb sollten alle Kinder gemäß den Empfehlungen der STIKO geimpft werden. Bei sogenannten banalen Infekten ist es außerdem wichtig, dass Kinder zu Hause bleiben, solange sie krank sind. So wird die Ausbreitung von Krankheiten in der Kita reduziert und das Kind hat ausreichend Zeit, sich zu erholen.
Damit ein Kind wieder in die Kita gehen kann, sollte es mindestens 24 Stunden frei von Symptomen wie Fieber oder Durchfall sein. Eine gute Faustregel ist: Wenn Eltern am Abend das Gefühl haben, ihr Kind wäre heute fit genug für die Kita gewesen, dann darf es sich am nächsten Tag wieder dort ins Getümmel stürzen.
Quelle: ptaheute
Rauchen verschlimmert Basedow

Weg mit der Fluppe!
Menschen mit einem Morbus Basedow müssen im Alltag auf einige Dinge achten. Dazu gehört, mit dem Rauchen aufzuhören – denn Nikotin verschlimmert die Erkrankung. Das gilt besonders für die Augenbeteiligung.
Hervortretende Augäpfel und Doppelbilder
Der Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren trifft. Die hierbei gebildeten Autoantikörper (TRAK) binden an die Schilddrüsenzellen und aktivieren sie. Es kommt zu einer Überproduktion von Schilddrüsenhormonen mit Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust und Struma (vergrößerte Schilddrüse). Bei bis zu 50% der Erkrankten sind auch die Augen betroffen. Die durch die Autoantikörper ausgelösten entzündliche Veränderungen in der Augenhöhle führen zum Hervortreten der Augäpfel, zu Augenbrennen, Doppelbildern und Druckschmerz – in seltenen Fällen auch bis hin zur Erblindung.
Rauchen lockt den Basedow hervor
Inzwischen weiß man, dass Rauchen der wichtigste Faktor dafür ist, dass sich ein genetisch veranlagter Morbus Basedow ausbildet. Doch nicht nur das: Der Tabakkonsum beeinflusst auch den Verlauf der Erkrankung. Je mehr Zigaretten gequalmt werden, desto höher ist z. B. das Risiko für eine Augenbeteiligung, so eine britische Studie. Darin wurden 991 Erwachsene eingeschlossen, bei denen ein Morbus Basedow frisch diagnostiziert war. 27% von ihnen rauchten, 23% waren Ex-Rauchende, die übrigen hatten nie geraucht.
Ein Maß für die Aktivität der Erkrankung ist die Menge an Autoantikörpern im Blut. Die höchsten Konzentrationen davon fanden sich bei den Rauchenden, pro 10 Zigaretten mehr lagen die TRAK-Spiegel um 9% höher. Außerdem hatten die Rauchenden deutlich häufiger Augenprobleme. Auch hier schlug die Menge zu Buche: Pro 10 Zigaretten mehr täglich stieg das Risiko um 34% an.
Zudem stört Rauchen die Behandlung des Morbus Basedow. Über 600 der Betroffenen erhielten schilddrüsenbremsende Medikamente. Innerhalb von zwölf Monaten war es bei den Rauchenden trotz Medikamente häufiger zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung gekommen als bei den Ex- oder Nie-Rauchenden.
Rauchstopp wirkt
Die Studie hat aber auch eine gute Nachricht: Menschen mit Basedow, die es schaffen, das Rauchen aufzugeben, profitieren davon erheblich. Denn nach einem konsequenten Rauch-Stopp sinkt das Risiko für Augenbeteiligungen und Rezidive auf das Niveau der Patient*innen, die noch nie Tabak konsumiert haben.
Quelle: Springer Medizin
Menstruationstasse statt Tampons?

Weniger Kosten, weniger Müll
Menstruationstassen sind praktisch: Sie bieten den gleichen Schutz wie Binden oder Tampons, verursachen weniger Müll und sind auch noch billiger als herkömmliche Hygieneprodukte. Doch wie sieht es mit der medizinischen Sicherheit aus?
Einsetzen, rausnehmen, abspülen, einsetzen…
Menstruationstassen sind kleine weiche Trichter aus Silikon, Gummi oder Latex, die in die Scheide eingeführt werden und dort das Menstruationsblut auffangen. Je nach Stärke der Blutung werden sie nach 4 bis 12 Stunden wieder herausgenommen, ausgeleert, abgespült und erneut eingesetzt. Vor und nach jeder Menstruation müssen die Tassen 10 Minuten lang ausgekocht werden. Auf diese Weise lassen sich die kleinen Tassen jahrelang immer wieder verwenden – was ihre Nachhaltigkeit betrifft sind sie also durchaus überzeugend.
Damenhygiene im Vergleich
Doch wie sieht es mit Auslaufschutz, Infektionsgefahr und Handhabung aus? Bei einer aktuellen Analyse von 43 weltweit durchgeführten Studien zu Damenhygieneprodukten, an denen über 3300 Frauen beteiligt waren, kamen britische Forscherinnen zu folgenden Ergebnissen:
- In puncto Auslaufschutz waren Menstruationstassen gleich sicher wie Tampons und Binden, in einer der analysierten Studien waren die kleinen Tassen sogar überlegen.
- Das Infektionsrisiko war nicht höher als bei anderen Hygieneprodukten, weder bei amerikanischen, europäischen oder afrikanischen Mädchen und Frauen.
- Die Tassen hatten keinen negativen Effekt auf die Vaginalflora. In den Studien, in denen Scheide und Gebärmutterhals nachuntersucht wurden, zeigten sich auch keine Gewebeschäden durch die Tassen.
- Schmerzen, allergische Reaktionen und Harnwegsbeschwerden kamen sehr selten vor.
- Gut 70% der Frauen, die sich mit Menstruationstassen vertraut gemacht hatten, wollten diese weiterverwenden.
Müll gespart, Kosten gespart
Von großem Vorteil sind auch die Einsparungen durch Menstruationstassen. Menstruationstassen kosten etwa zwischen 0,7 und 47 US-Dollar, sie lassen sich bis zu 10 Jahre lang verwenden. Geht man von dieser Haltbarkeit aus, entstehen pro Periode nur etwa 5 – 7 % der Kosten, die eine Benutzung von Binden und Tampons verursacht. Eingespart wird auch beim Müll: Grob geschätzt verursacht eine Menstruationstasse 0,4% des Plastikmülls von Einwegbinden und 6% von Tampons.
Hat die Tasse einen Haken?
Prinzipiell müssen sich Mädchen und Frauen an die Verwendung von Menstruationstassen erst einmal gewöhnen. Meist sind mehrere Zyklen nötig, um die Handhabung zu erlernen, berichten viele der Anwenderinnen. Dabei ist auch die Art der Menstruationstasse von Bedeutung: Scheidentassen lassen sich einfacher herausnehmen, hier war in den 43 Studien nur in 2 Fällen professionelle Hilfe erforderlich. Bei Tassen, die wie ein Diaphragma über den Gebärmutterhals gestülpt werden, wurde dagegen 47 Mal Hilfe beim Entfernen benötigt.
Problematisch kann es auch werden, wenn zur Verhütung eine Spirale verwendet wird: In einigen Fällen führte das Entfernen der Menstruationstasse zu deren Verrutschen. Der gleichzeitige Einsatz von Spirale und Menstruationstasse muss deshalb noch weiter geprüft werden, betonen die Autorinnen.
Übrigens: Neben Tampons und Binden sind auch Menstruationstassen in der Apotheke erhältlich.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, Lancet
























