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Unterschätztes Krebsrisiko

Häufiger als gedacht
Fast jeder Zweite erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Doch nur wenige halten ihr eigenes Risiko für hoch. Das zeigt eine Befragung des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Jede*r Zweite betroffen
Wie ist das Wissen über Krebs in der Bevölkerung? Das wollten Forschende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) genauer wissen. Sie haben deshalb über 1500 Menschen zu verschiedenen Aspekten von Krebs befragt. Besonders auffällig: Nur 12 % der Befragten halten ihr persönliches Krebsrisiko für eher hoch oder sehr hoch. Tatsächlich erkrankt aber fast jede zweite Person im Laufe ihres Lebens an Krebs.
Früherkennung wenig genutzt
Auch ihr eigenes Verhalten schätzten viele Befragte zu positiv ein: Zwei Drittel bescheinigten sich selbst eine gesunde oder sehr gesunde Lebensweise. Und das, obwohl ein erheblicher Teil von Bewegungsmangel, Übergewicht oder regelmäßigem Tabak- und Alkoholkonsum berichtete – alles Risikofaktoren für Krebs. Auch Angebote zur Früherkennung bleiben oft ungenutzt: Nur 42 % nehmen sie regelmäßig wahr, 23 % ab und zu. Als Gründe nannten die Befragten ein gering empfundenes Krebsrisiko, aber auch fehlende Motivation, Informationsmängel oder Angst vor der Untersuchung.
Mehr Beratung gewünscht
Zentral sind gute Informationen: Fühlten sich Befragte besser informiert, dann nutzten sie auch eher Angebote zur Früherkennung. Doch hier besteht Nachholbedarf, denn etwa zwei von drei Befragten wünschten sich mehr Informationen oder bessere Beratung. Doch Informationen allein reichen noch nicht aus, um sich gesünder zu verhalten oder Prävention wahrzunehmen. Entscheidend sei vielmehr, den Bezug zum eigenen Risiko und zum eigenen Verhalten herzustellen, betont die Autorin der Studie. Als wichtigste Informationsquelle dienten zumeist die Arztpraxen. Möchten sich Personen besser über das eigene Krebsrisiko informieren, dann sprechen sie das Thema am besten beim nächsten Besuch in der Arztpraxis an.
Quelle: Ärzteblatt
Antidepressiva schrittweise absetzen?

Studie zu Symptomen
Viele Menschen nehmen zeitweise Antidepressiva – in Deutschland sind es etwa 8 bis 10 Prozent. Doch was passiert eigentlich, wenn die Betroffenen die Medikamente wieder absetzen möchten?
Nocebo statt Placebo
Im Schnitt ein Jahr lang nehmen Menschen mit Depressionen ihre Medikamente ein. Wer die Medikamente dann wieder absetzt, leidet in jedem dritten Fall zunächst einmal unter Absetzsymptomen. Das sind dann zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit. Eine Studie mit rund 20 000 Personen sagt nun, dass einige dieser Symptome gar nicht echt wären. Sie seien dem „Nocebo-Effekt“ zuzuschreiben, dem Gegenstück zum Placebo-Effekt. Beim Placebo-Effekt bemerken Patient*innen trotz fehlendem Wirkstoff in ihrem Medikament eine Verbesserung. Beim Nocebo-Effekt spüren die Patient*innen Absetz-Symptome, obwohl sie vorher gar keinen Wirkstoff erhalten haben.
Dosis langsam reduzieren
Die Studie kam auch zu einem weiteren interessanten Ergebnis: So machte es keinen Unterschied, ob die Medikamente schrittweise oder sofort komplett abgesetzt wurden. Das widerspricht der gängigen Empfehlung, Antidepressiva auszuschleichen, also die Dosis langsam zu reduzieren. Fachleute zeigen sich dem Ergebnis gegenüber skeptisch – die Studie reiche nicht aus, um zuverlässig zu diesem Schluss zu kommen. Das räumen auch die Forschenden selbst ein.
Immer in Begleitung einer Ärzt*in
Außerdem betonen die Forschenden, dass jedes Absetzsymptom ernst zu nehmen ist und mit der Ärzt*in abgeklärt werden sollte – ganz egal, ob „real“ oder nicht. Das Absetzen der Antidepressiva sollte zudem immer von einer Ärzt*in begleitet werden. Und nicht zuletzt müsse man auch unterscheiden, ob die Symptome tatsächlich auf das Absetzen der Medikamente zurückgehen oder ob es sich um einen Rückfall handelt.
Quellen: Deutsches Ärzteblatt
Hautreizung unter Windeln vermeiden

Ob Baby oder alter Mensch
Windeln halten Jung und Alt trocken, doch darunter kommt es durch den Kontakt mit Urin und Stuhl leicht zu Hautirritationen. Wie lässt sich vorbeugen?
Bei Erwachsenen nicht von Windeldermatitis sprechen
Hautirritationen unter der Windel drohen nicht nur bei Säuglingen und Kleinkindern. Auch ältere Menschen leiden schnell darunter, wenn sie aufgrund einer Inkontinenz in entsprechende Windeln oder Plastikhosen gepackt werden. Während man bei Säuglingen von einer Windeldermatitis spricht, heißt die Erkrankung bei Erwachsenen Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD).
Ob Windeldermatitis oder IAD, ob Kind oder Erwachsener – die Ursache der Hautreizung ist immer ein Zusammenspiel folgender Faktoren:
- Okklusionseffekt, d.h. die meist luftdicht abgeschlossen sitzende Windel
- Feuchtes und warmes Klima unter der Windel
- Reibung des Materials an der im Intimbereich besonders sensiblen Haut
- Druckstellen
- Kontakt mit Stuhl und Urin.
Bei milden Verläufen ist die Haut nur gerötet. Kommt es zu Pusteln und Papeln, sind häufig Bakterien oder Pilze beteiligt. In diesen Fällen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das Gleiche gilt, wenn eine milde Dermatitis trotz der im Folgenden beschriebenen Maßnahmen nicht besser wird.
Windelfreie Zeit einplanen
Zur Behandlung der Windeldermatitis oder IAD empfehlen Hautärzt*innen eine windelfreie Zeit im Tagesablauf, damit die Haut sich an der Luft erholen kann. Zudem sollte die Windel alle zwei bis drei Stunden gewechselt werden, damit Ausscheidungen so kurz wie möglich Kontakt mit der Haut haben. Es gibt bei den Windeln auch Unterschiede: Produkte mit absorbierenden Gelen binden die Feuchtigkeit besser und sind vor allem im Fall einer bereits erkrankten Haut eine gute Wahl.
Gereinigt wird der gestresste Bereich am besten mit öligen Pflegetüchern oder klarem Wasser. Die Produkte sollen duft- und alkoholfrei sein, und zum Eincremen sollten milde Cremes verwendet werden. Zusätzlich helfen Sitzbäder mit Kamille und Gerbstoffen, damit die betroffene Haut wieder heilt. Um zu verhindern, dass die Hautreizung erneut auftritt, sind spezielle zinkhaltige und pflegende Hautschutzcremes hilfreich.
Inkontinenzhilfen wechseln kann helfen
Die IAD von Erwachsenen wird prinzipiell genauso behandelt wie die Windeldermatitis bei Kindern. In Fällen, in denen es immer wieder zu einer IAD kommt, müssen die behandelnden Ärzt*innen manchmal andere Inkontinenzmaßnahmen verschreiben. Eine Option ist ein Blasenkatheter, bei Stuhlinkontinenz können auch Analtampons helfen, dass der Kontakt der Ausscheidungen zur Haut minimiert wird.
Quelle: ptaheute
Verhütung in der Perimenopause

Passt die Methode noch?
Nähert sich eine Frau den Wechseljahren, nimmt die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft ab. Muss dann noch verhütet werden und wenn ja, mit welcher Methode?
Was ist die Perimenopause?
Wird über die Wechseljahre der Frau gesprochen, ist ein Begriff immer häufiger zu hören: die Perimenopause. Dieser Zeitraum beschreibt die Jahre vor und nach dem altersbedingten Ausbleiben der Blutung, der Menopause. Diese Phase kann ganz unterschiedlich sein. Bei manchen Frauen wird der Zyklus schon ab 40 Jahren unregelmäßig, andere fühlen sich wie immer, bis die Blutung irgendwann jenseits der Fünfzig ausbleibt. Da der individuelle Zeitpunkt der Menopause nicht vorhergesagt werden kann, kann auch der Zeitraum für die Perimenopause nur ungefähr geschätzt werden. Die meisten Frauen sind mit 52 Jahren in der Menopause. Den Beginn der Perimenopause sehen Mediziner*innen durchschnittlich bei 47,5 Jahren.
Muss überhaupt noch verhütet werden?
Prinzipiell kann jede Frau schwanger werden, die noch einen Eisprung hat. Allein die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nimmt mit dem Alter ab. Denn aufgrund zu niedriger Hormonspiegel findet nicht mehr in jeder Periode ein Eisprung statt. , Außerdem entsteht aus den gealterten Eizellen oft keine intakte Schwangerschaft mehr. Falls also die Familienplanung abgeschlossen ist und kein Kinderwunsch besteht, sollte besser verhütet werden. Erst ab ungefähr 55 Jahren gilt eine Schwangerschaft als ausgeschlossen.
Verhütung in der Perimenopause neu überlegen
Gemeinsam ist allen Frauen, dass während der Perimenopause die Hormonspiegel absinken. Häufig wird der Zyklus unregelmäßiger, weil die beteiligten Hormone nicht im gleichen Maß abnehmen. Die entstehenden Ungleichgewichte führen zu stärkeren oder schwächeren Blutungen, die schneller oder langsamen aufeinander folgen können. Gegen Ende der Perimenopause kann die Periode auch mehrmals in Folge ausbleiben, bevor wieder ein „normaler“ Zyklus folgt. Diese Unregelmäßigkeiten können dafür sorgen, dass die gewohnte Verhütungsmethode nicht mehr passt. Dazu kommt, dass sich in dieser Zeitspanne oft persönliche Veränderungen ergeben, sei es mit der Familiensituation oder der der Lebensplanung, oder es sind neue Gesundheitsrisiken entstanden, wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Migräne. Diese können ebenfalls eine Neubewertung der gewohnten Verhütungsmethode nötig machen, denn bereits ab 35 Jahren steigt das Risko für Thrombosen und Herz-Kreislauferkrankungen bei Einnahme östrogenhaltiger Präparate an.
Am besten mit der Ärzt*in besprechen
Was ist nun die beste Verhütungsmethode? Das hängt von der Frau und ihrer Lebenssituation ab. Birgt die etablierte Methode inzwischen Gesundheitsrisiken? Möchte die Frau weiterhin hormonell verhüten, um Einfluss auf den Zyklus zu haben? Oder möchte sie lieber ohne Hormoneinnahme leben? Oder soll die Methode vor allem unkompliziert sein? Alle diese Fragen lassen sich in einem Gespräch mit der Frauenärzt*in klären, damit die Verhütung auch weiterhin optimal zum Leben passt.
Quellen:
- Frauenärzte im Netz: Verhütung in der Perimenopause
- Frauenärzte im Netz: Hormonelle Umstellung in den Wechseljahren
- AWMF: Leilinien-Entwurf Peri-und Postmenopause-Diagnostik
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BiÖG)























