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Gesundheitsratgeber
So schluckt das Baby seine Arznei

Spritze statt Löffel
Der Geschmack ist oft übel, die Dosierung knifflig — Kleinkindern und Babys Medikamente zu verabreichen, ist gar nicht so einfach. Folgende Tipps machen es Kindern und Eltern leichter.
In den Mund träufeln — aber richtig
Babys bekommen ihre Arzneien oft in flüssiger Form. Hier muss man bei der Dosierung aufpassen, erklärt Kinderarzt Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Mit normalen Haushaltslöffeln lässt sich die erforderliche Menge nicht exakt bestimmen. Besser ist es, zur Dosierung eine Pipette oder eine nadellose Spritze mit genauer Maßangabe zu nehmen. Damit lässt sich die Arznei dann auch gleich in den kleinen Mund träufeln. Und das macht man am besten so:
- Das Baby aufrecht hinsetzen oder im Arm halten.
- Sanft über die Wange streicheln, damit das Kind seinen Mund öffnet.
- Die (nadellose!) Spritze vorsichtig in den Mund einführen.
- Eine kleine Menge langsam in die untere Wange geben (so vermeidet man den Kontakt der Arznei mit den Geschmacksknospen der Zunge).
- Streicheln unter dem Kinn fördert das Schlucken.
- Baby schlucken lassen, dann die zweite Portion verabreichen.
Auf keinen Fall darf das Medikament in den Rachen geträufelt werden, da sich die Kleinen dann oft verschlucken. Leichter fällt die Medikamentengabe, wenn das Arzneimittel vor der Fütterung des Kindes verabreicht wird. Denn dann öffnet das Baby den Mund oft automatisch.
Eis und Pudding dazu?
Ob der Geschmack eines Medikaments mit Milch oder Babynahrung abgemildert werden darf, muss mit der Kinderärzt*in besprochen werden. Bei älteren Kindern hilft oft, vor oder nach der Medikamentengabe etwas Eis, Pudding, Joghurt oder Marmelade zu essen. Auch hier ist abzuklären, ob sich die Arznei mit der gleichzeitigen Gabe von Pudding & Co. verträgt und nicht etwa in ihrer Wirkung geschwächt wird. Ein weiterer Trick gegen übel schmeckende Arzneien: Im Kühlschrank lagern (wenn erlaubt) und kalt einnehmen. Kälte betäubt die Geschmacksnerven und sorgt so für einen deutlich weniger intensiven Geschmack.
Kein Drama machen
Ist das Kind alt genug, sollte es kindgerecht erklärt bekommen, warum es überhaupt Medikamente nehmen muss. Die Eltern sollten dann kein Drama um die Medikamentengabe machen. Je selbstverständlicher und positiver sie das Ganze sehen, desto leichter fällt das auch dem Kind. Gelobt werden sollten Kinder nach problemloser Medikamenteneinnahme natürlich trotzdem.
Motivieren ist das A und O
Kinder für eine regelmäßige Medikamenteneinnahme zu begeistern, ist nicht immer einfach. Spielerisch klappt das mit Sammelkarten. Für jede Einnahme gibt es einen Aufkleber oder ein Kreuzchen. Ist die Karte voll, winkt eine kleine Belohnung.
Motivierend ist für viele Kinder auch, wenn sie mitbestimmen dürfen. Sei es nun die Geschmacksrichtung bei aromatisierten Arzneien oder — nach Rücksprache mit der Kinderärzt*in —die Verabreichungsform. Denn ob man lieber eine Kautablette kaut, eine Tablette auf einmal schluckt oder den Inhalt einer Kapsel als Pulver auf die Mahlzeit gibt, ist auch bei Kindern Geschmackssache.
Quelle: www.kinderaerzte-im-netz.de
7 Tipps fürs sichere Grillen

Kinder besonders gefährdet
Sobald die ersten Sonnenstrahlen Garten, Terrasse oder Balkon wärmen, geht es für Viele mit dem Grillvergnügen los. Doch der Freizeitspaß kann gefährlich werden- vor allem für Kinder. Wer sich an unsere Tipps für sicheres Grillen hält, beugt Unfällen vor.
Kinder ganz besonders gefährdet
Was gibt´s Schöneres als bei gutem Wetter zusammen zu grillen? Und weil inzwischen nicht nur Fleisch, sondern auch immer mehr Gemüse auf den Rost kommt, wächst die Fangemeinschaft stetig an. Doch das Vergnügen hat seine Schattenseiten. Kaum geht die Grillsaison los, landen die ersten Brandverletzten in den Notfallambulanzen.
Vor allem Kinder sind nach Grillunfällen oft lebenslang gezeichnet, warnt Paulinchen e. V., die Initiative für brandverletzte Kinder. Denn ihre Haut ist nicht nur dünner als die von Erwachsenen und dadurch besonders gefährdet. Weil Kinder meist frontal zum Grill stehen, treffen die Flammenwände ihr Gesicht, den Oberkörper und die Arme.
Wichtigste Regel: Kein Spiritus!
Wer grillt, sollte sich deshalb an einige wichtige Regeln halten. Jochen Stein, Vorsitzender der AG Leiterinnen und Leiter der Berufsfeuerwehren in Deutschland, nennt die wichtigste: „Nur ohne den Einsatz von Spiritus ist es möglich, sicher zu grillen!“. Denn mit Spiritus oder anderen Brandbeschleunigern kann es durch Verpuffung zu meterhohen Flammen kommen. Der Experte empfiehlt deshalb dringend, für das Entfachen des Grillfeuers auf alternative Methoden wie feste, geprüfte Anzünder zurückzugreifen.
Heiße Glut nicht im Sand vergraben
Daneben hat Paulinchen e.V. sechs weitere Sicherheitstipps:
- Den Grill immer kippsicher und windgeschützt aufstellen und einen Kübel mit Sand, einen Feuerlöscher oder eine Löschdecke bereithalten.
- Grill stets beaufsichtigen und Kinder nicht näher als 2 bis 3 Meter an das Feuer bzw. die Glut kommen lassen. Den Grill niemals von Kindern bedienen oder anzünden lassen.
- Brennendes Fett nicht mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
- Nach dem Grillen das Grillgerät weiter beaufsichtigen, bis die Glut vollständig auskühlt ist.
- Heiße Glut nach dem Grillen am Strand nie im Sand vergraben – die Kohle bleibt noch tagelang glühend heiß. Die Grillkohle stattdessen mit Wasser löschen und abkühlen.
- Einmalgrills am Strand mit Wasser löschen und abkühlen – auch den Sand unter dem Grill!
Wer diese Tipps beherzigt, senkt die Gefahr für Grillunfälle deutlich. Mehr Hintergrundinformationen zum Thema Brandverletzungen, zur Versorgung der Kinder im Notfall und vorbeugende Maßnahmen kann man im Paulinchen-Podcast hören. Den gibt es neben weiteren Informationen auf der Webseite der Initiative (paulinchen.de).
Quelle: paulinchen.de
Krafttraining mit wenig Zeit

Kurzes Training, viel Effekt
Krafttraining ist nicht nur was für junge Menschen - auch im höheren Lebensalter ist das Training gut für die Gesundheit. Doch was tun, wenn die Zeit knapp ist?
Mehr Kraft, mehr Mobilität
In den letzten Jahren häufen sich die Erkenntnisse, wie sich Krafttraining auch im höheren Alter positiv auf die Gesundheit auswirkt. Es senkt nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern trägt auch dazu bei, länger selbstständig zu bleiben. Je länger die Muskelkraft erhalten bleibt, desto mobiler bleibt man im Alltag.
Zweimal wöchentlich
Auch die WHO hat deshalb eine Empfehlung zum Krafttraining ausgesprochen. Mindestens 2 mal pro Woche sollen alle wichtigen Muskelgruppen mit mindestens mittlerer Intensität trainiert werden. Doch das schaffen nur etwa 10-30 % der Bevölkerung. Umso wichtiger ist die Frage: Wie lässt sich Krafttraining möglichst zeitsparend in den Alltag integrieren? Das haben Forschende aus Leipzig nun untersucht.
Viele Methoden möglich
Dazu haben sie nach Studien zu zeitsparenden Trainingsmethoden gesucht. Die Methoden sollten einen stärkenden Effekt auf die Muskulatur haben, wenig Ausrüstung benötigen und auch von Einsteigern außerhalb eines Fitnessstudios umgesetzt werden können. Aus den Studien haben sie 4 Prinzipien abgeleitet, um Zeit zu sparen:
- Dosis minimieren: Ziel ist, die Übungen auf das wirklich notwendige Maß zu begrenzen. Oft reichen weniger Wiederholungen aus, um die Muskulatur zu stärken.
- Übungs-Snacks: Längere Trainings werden in kleine Einheiten aufgeteilt, die über den Tag verteilt als „Snack“ durchgeführt werden können. So könnten vier kleine Übungseinheiten über den Tag verteilt werden, anstatt ein langes Training am Abend zu haben.
- Übungsauswahl: Durch gezielte Auswahl der Übungen lässt sich die Trainingszeit insgesamt verringern. Zum Beispiel durch Übungen, die mehrere Gelenke trainieren als einzelne Gelenke.
- „Supersets“ und Zirkeltraining: Beim klassischen Krafttraining wird eine einzelne Übung oft 2 mal wiederholt, zwischen den Wiederholungen bleibt eine Pause. Bei einem „Superset“ folgt auf eine Übung eine andere Übung, die Pausenzeit wird damit verringert.
Effekte bei 60 Minuten Training
Die Methoden können auch miteinander kombiniert werden und helfen, zeitsparende Trainings zu entwickeln. Die Forschenden haben gezeigt, dass sich die Empfehlungen der WHO mit einer wöchentlichen Trainingszeit von nur 40-60 Minuten erfüllen lassen. Die Ergebnisse der Studie ermöglichen es Trainer*innen nun, Trainings zu entwickeln und zu etablieren, die sich in den Alltag möglichst vieler Menschen etablieren lassen.
Quellen: Deutsches Ärzteblatt, Frontiers in Public Health
Zähneknirschen bei Kindern

Meist harmlos, manchmal ein Warnsignal
Viele Eltern erschrecken, wenn ihr Kind nachts mit den Zähnen knirscht. Die gute Nachricht: Häufig ist Bruxismus im Kindesalter vorübergehend und muss nicht behandelt werden. Wichtig ist, mögliche Auslöser zu erkennen. Und die haben meist nichts mit den Zähnen zu tun.
Kinder knirschen oft mit den Zähnen
Knirscht ein Kind nachts mit den Zähnen oder presst den Kiefer zusammen, machen sich viele Eltern Sorgen um die Zahngesundheit. Doch Zähneknirschen – medizinisch Bruxismus genannt – ist bei Kindern sehr häufig und nicht automatisch krankhaft. Die entsprechende Leitlinie betont: Gerade bei Kindern mit Milchzähnen und in der Phase des Zahnwechsels kann das Knirschen ein normaler Anpassungsprozess sein. Es hilft unter anderem dabei, den Biss einzustellen.
Bruxismus kann bereits mit dem Durchbruch der ersten Zähne auftreten. Bei Kindern wird die Häufigkeit auf bis zu 55 Prozent geschätzt. Oft bemerken Eltern das Knirschen nur nachts durch Geräusche – das Kind selbst bekommt davon meist nichts mit.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Wichtig: Allein die Beobachtung von Knirschgeräuschen reicht nicht aus, um sicher eine Erkrankung festzustellen. Auch abgeschliffene Zähne allein beweisen keinen behandlungsbedürftigen Bruxismus. Ein Besuch bei der Kinderärzt*in ist allerdings sinnvoll, wenn zusätzlich Beschwerden auftreten oder Risikofaktoren bestehen. Hinweise können sein:
- Schmerzen im Kieferbereich oder häufige Kopfschmerzen,
- auffällige Schlafprobleme,
- erschwerte Nasenatmung oder häufiges Atmen durch den Mund,
- Verhaltensauffälligkeiten oder starke psychische Belastungen.
Auch Stress und ein hoher Medienkonsum können mit Bruxismus in Zusammenhang stehen. In diesen Fällen gilt es, die Ursache anzugehen. Manchmal begünstigen zudem Medikamente das Zähneknirschen, z. B. Antihistaminika oder Medikamente zur Behandlung von ADHS. In diesen Fällen ist ärztlicher Rat einzuholen. Zudem sollten Eltern mit ihrem Kind die Zahnärzt*in oder die Kinderärzt*in aufsuchen, wenn sie wegen des Zähneknirschens unsicher sind.
Meist keine Behandlung notwendig
Eine Therapie ist meist nicht erforderlich. Der Bruxismus verschwindet oft wieder von selbst. Medikamente wie man sie bei Erwachsenen einsetzt (z. B. Botox-Injektionen) – werden zur Behandlung von kindlichem Zähneknirschen nicht empfohlen.
Bei Kindern und Jugendlichen mit bleibendem Gebiss kann in bestimmten Fällen eine Zahnschiene sinnvoll sein – vor allem, wenn die Zähne durch starkes Knirschen geschädigt werden. Die Leitlinie empfiehlt Schienen jedoch nur zurückhaltend und in der Regel zeitlich begrenzt. Während des Zahnwechsels sollten sie nicht eingesetzt werden, da sie das Wachstum und die Anpassung des Gebisses beeinträchtigen könnten.
Quelle: Ärztezeitung























