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Gesundheitsratgeber
Aktivkohle: Wunderwaffe bei Vergiftungen?

Wann der Einsatz sinnvoll ist
Aktivkohle gilt als Alleskönner bei Vergiftungen. Doch bei der Anwendung gibt es Einiges zu beachten.
Auf die Dosis kommt es an
Aktivkohle unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von Grillkohle. Doch unter dem Mikroskop betrachtet, zeigt sich: Aktivkohle ähnelt einem Schwamm. Durch diese Struktur kann die Aktivkohle andere Stoffe wie Arzneimittel oder Gifte binden.
Diese Eigenschaft machen die Mediziner*innen bei Vergiftungen zunutze. Denn die Aktivkohle bindet verschluckte Gifte im Magen-Darm-Trakt und verhindert so deren Aufnahme. Gift und Kohle werden unverdaut wieder ausgeschieden. Eigene Behandlungsversuche mit Aktivkohle-Tabletten aus der Hautapotheke sind aber meist zum Scheitern verurteilt, da die Dosis der Tabletten viel zu gering ist. Zum Vergleich: Eine übliche Dosis bei Vergiftungen sind ungefähr 50 Gramm – also das 200-fache der Menge, die in einer Aktivkohle-Tablette enthalten ist.
Giftnotruf kontaktieren
Aktivkohle ist zudem nicht bei jeder Vergiftung das Mittel der Wahl. Alkohol oder Blausäure binden zum Beispiel nicht an die medizinische Kohle. Wer den Verdacht auf eine Vergiftung hat, sollte sich deshalb so schnell wie möglich an medizinischen Einrichtungen wenden oder in der Giftnotrufzentrale anrufen. Dort geben Expert*innen Empfehlungen für die richtige Therapie.
Quelle: Ärzteblatt
Kurzvideos: schlecht fürs Gedächtnis

Folgen des Dauerscrollens
Kurzvideoplattformen wie Tiktok und Co sind beliebt. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene verbringen oft täglich Stunden mit dem Betrachten der kurzen Clips. Doch was stellt die endlose Abfolge schneller Bilder mit Gehirn und Psyche an?
Nutzeroptimierung mit Folgen
Nur ein Clip und dann wieder weg vom Handy? Nur wenige Nutzenden von Kurzvideo-Plattformen schaffen das – und das ist kein Zufall. Denn durch Algorithmen werden die angebotenen Inhalte so angepasst, dass Nutzende möglichst lange auf der Plattform bleiben. Das funktioniert. Viele Nutzer*innen verbringen Stunden mit dem Betrachten der Inhalte. Die Clips wechseln dabei in schnellem Tempo und verlangen permanente Aufmerksamkeit. Zahlreiche Studien beschäftigen sich nun mit der Frage, welche Folgen das auf die geistige Leistung und die Psyche hat.
Besonders bedeutend ist das bei Kindern und Jugendlichen. Denn in diesem Alter entwickeln sich Eigenschaften wie Aufmerksamkeitsspanne, Konzentrationsvermögen und Selbstkontrolle.
Blick auf die Studienlage
Forschende der Uni Bayreuth haben sich nun 42 Studien näher angeschaut. Insgesamt nahmen an den Studien 46 912 Personen mit einem Durchschnittsalter von 16,8 Jahren teil. Dabei wurde „unstrukturierte“, also spontane Nutzung unterscheiden von „strukturierter Nutzung“. Strukturiert meint zum Beispiel, dass die Plattformen beim Pendeln genutzt wurden, oder als gemeinsame Aktivität bei Treffen mit Freund*innen. Und eine „intensive“ oder „übermäßige“ Nutzung wurde ab einem täglichen Gebrauch von 4 Stunden definiert.
Geringerer „Arbeitsspeicher“
Die Ergebnisse: Bei intensiver und unstrukturierter Nutzung zeigten sich in Tests leicht bis moderat schlechtere Leistungen in den Punkten Aufmerksamkeitsspanne, Konzentrationsvermögen und Gedächtnisleistung. Die Betroffenen waren etwas impulsiver und konnten ihr Verhalten schlechter regulieren. Dazu wurden höhere Werte für Angst und Depression beobachtet sowie Stress und ADHS-artige Symptome.
Einzelnen Studien zufolge ist exzessiver Konsum von Videoplattform-Inhalten sogar im Gehirn zu sehen. MRT-Untersuchungen zeigten Veränderungen im Anteil der grauen Gehirnmasse. Die Bedeutung dieser Beobachtung ist bis dato unklar.
Wissen schützt
Neben den negativen Folgen des Kurzvideo-Konsums wurden auch schützende Faktoren betrachtet. Die bloße Begrenzung der Bildschirmzeit ist keine dauerhafte Lösung. Besser wirken ein unterstützendes soziales Umfeld, Medienkompetenz und digitale Routinen, also die „strukturierte Nutzung“. Dabei sollte die digitale Mediennutzung in der Familie besprochen werden. Geeignete Gesprächsinhalte sind: Warum werden bestimmte Inhalte ausgespielt, was ist das Ziel der Plattformbetreiber, wie verhindert man, im Dauerscrollen zu „versumpfen“ und wie geht man mit dem Gesehenen um? Denn ein strukturierter, kontrollierter Umgang ist der beste Schutz vor Dauergebrauch und seinen negativen Folgen.
Quellen:
Semaglutid jetzt als Tablette

Alternative bei Spritzenangst
Semaglutid zum Abnehmen gibt es jetzt auch als Tablette – eine Alternative für alle, die wegen der Spritze zögern. Wie die Pille wirkt, wer sie nehmen darf und worauf es bei der Einnahme ankommt.
Weniger Hunger, früher satt
Wer mit Adipositas oder Übergewicht zu kämpfen hat, kann Semaglutid zur Unterstützung der Gewichtsabnahme inzwischen auch als Tablette einnehmen. Das Präparat ist seit September 2026 auf dem deutschen Markt erhältlich. Der Wirkstoff gehört zur Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten. Er ahmt ein körpereigenes Darmhormon nach, das unter anderem das Hunger- und Sättigungsgefühl beeinflusst. Dadurch kann es leichter fallen, weniger zu essen.
Die Tablette ist für Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht und mindestens einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung vorgesehen. Dazu gehören beispielsweise Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die Behandlung wird mit einer kalorienreduzierten Ernährung und mehr Bewegung kombiniert.
Einmal täglich statt einmal pro Woche
Die Tablette wird einmal täglich auf nüchternen Magen eingenommen – im Gegensatz zur Abnehmspritze, die einmal wöchentlich verabreicht wird. Nüchtern bedeutet, dass die Tablette nach mindestens acht Stunden ohne Nahrung mit Wasser geschluckt werden soll. Danach sollten mindestens 30 Minuten vergehen, bevor gegessen, getrunken oder ein anderes Medikament eingenommen wird. Nur so ist die vollständige Aufnahme des Wirkstoffs über die Magenschleimhaut gewährleistet.
Deutliche Gewichtsabnahme möglich
Semaglutid wirkt als Tablette offenbar ebenso gut wie als Spritze. Das zeigt zum Beispiel eine Studie mit 307 Erwachsenen. Durch Semaglutid als Tablette verloren die Teilnehmenden nach 64 Wochen durchschnittlich 13,6 Prozent ihres Körpergewichts. Unter Placebo waren es 2,2 Prozent. Rund drei Viertel der mit Semaglutid behandelten Personen nahmen mindestens 5 Prozent ihres Ausgangsgewichts ab.
Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit und Erbrechen
Wie bei der Spritze können Nebenwirkungen auftreten. Am häufigsten kommt es dabei zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen. Meist werden die Beschwerden vor allem zu Beginn der Behandlung oder bei einer Dosiserhöhung beobachtet. Die Behandlungskosten mit Spritze oder Tablette liegen sehr nah beieinander. Für die Erhaltungsdosis muss man mit 250–300 Euro pro Monat rechnen (2026).
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Semaglutid nur bei Typ-2-Diabetes. Bei reiner Adipositas-Behandlung gilt Semaglutid als Lifestyle-Medikament. Das bedeutet, dass die Betroffenen das Medikament selbst bezahlen müssen.
Quelle: ptaheute
Schwangerschaft verändert die Augen

Trockene Augen, Kurzsichtigkeit
Unscharfes Sehen, trockene Augen oder plötzlich schlecht sitzende Kontaktlinsen: Eine Schwangerschaft kann auch die Augen verändern. Bestimmte Sehstörungen sollten werdende Mütter jernst nehmen und ärztlich abklären lassen.
Hormone beeinflussen den Tränenfilm
Eine Schwangerschaft verändert den Körper – und kann auch die Augen betreffen. Denn der Anstieg bestimmter Hormone im Blut beeinflusst unter anderem die Hornhaut, den Tränenfilm und den Wasserhaushalt. Östrogene und Progesteron verändern z. B. die Zusammensetzung und die Stabilität des Tränenfilms. Dadurch kommt es zu trockenen, brennenden oder geröteten Augen. Diese Beschwerden gehören zu den häufigsten Problemen in der Schwangerschaft. Studien zufolge klagen 40 bis 70 Prozent der werdenden Mütter darüber. Oft reichen zur Behandlung konservierungsmittelfreie Augentropfen sowie Wärme und eine sanfte Lidmassage aus. Nach der Geburt bessern sich die Beschwerden meist wieder.
Kontaktlinsen werden zum Störfaktor
Kontaktlinsen werden während der Schwangerschaft oft schlechter vertragen. Ursachen sind unter anderem der veränderte Tränenfilm und stärkere Ablagerungen auf der Linsenoberfläche. Schwangere müssen aber nicht generell auf Kontaktlinsen verzichten. Aber die Augenoberfläche kann empfindlicher reagieren. Bei Fremdkörpergefühl, Rötung oder trockenen Augen hilft es meist, die Tragezeit zu verkürzen, Tageslinsen zu verwenden oder vorübergehend eine Brille zu tragen.
Mit der neuen Brille besser warten
In der Schwangerschaft wird in den Geweben mehr Wasser eingelagert. Das gilt auch für die Augen: Dort können Wassereinlagerungen Dicke und Krümmung der Hornhaut verändern. In der Folge verschiebt sich die Brechkraft vorübergehend, häufig in Richtung einer leichten Kurzsichtigkeit. Eine neue Brille oder Kontaktlinsen sollten jedoch möglichst nicht während der Schwangerschaft angepasst werden. Die endgültige Sehstärke lässt sich besser einige Zeit nach der Geburt beziehungsweise nach dem Abstillen beurteilen.
Sehstörungen abklären lassen
Auch geschwollene Lider oder dunklere Haut um die Augen können auftreten. Leichte, beidseitige Schwellungen sind meist harmlos. Plötzliche, einseitige oder schmerzhafte Schwellungen sollten dagegen ärztlich abgeklärt werden. Besonders wichtig sind neue oder ungewohnte Sehstörungen: Bei Flimmern, Doppelbildern, Gesichtsfeldausfällen oder plötzlich verschwommenem Sehen sollten Schwangere rasch eine Ärzt*in aufsuchen. Diese Symptome können unter anderem mit einer Präeklampsie („Schwangerschaftsvergiftung“) zusammenhängen. Bei plötzlich herabhängendem Oberlid ist eine neurologische Abklärung erforderlich.























