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Gesundheitsratgeber
Soziale Medien für Kinder verbieten!

Weil sie krank und dumm machen
Soziale Medien machen Kindern und Jugendlichen zunehmend Probleme, warnt ein Kinder- und Jugendarzt. Er fordert deshalb ein Social-Media-Verbot bis 14 Jahre – doch Verbote allein reichen seiner Ansicht nach nicht aus.
Kinder psychisch stark belastet
Corona ist vorbei, die psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen sind es offenbar nicht. Nach Einschätzung des Kinder- und Jugendpsychiaters Jakob Maske sind die Fallzahlen nach dem starken Anstieg während der Corona-Maßnahmen auf einem hohen Niveau geblieben. Als einen Grund nennt er die große Verunsicherung durch Kriege, Krisen und Konflikte. Auch die steigenden Kosten infolge des Iran-Krieges könnten jungen Menschen Angst machen.
Freie Meinung kaum noch möglich
Besonders kritisch sieht der Experte auch die Nutzung von Social Media und digitalen Geräten. In seiner Praxis beobachte er, dass die Probleme mit der Bildschirmnutzung zunehmen. Dass Social Media gerade junge Menschen krank und dumm macht, ist längst erwiesen, betont er. Kinder könnten sich der Beeinflussung durch soziale Plattformen kaum entziehen, Jugendlichen falle es zunehmend schwer, sich eine freie Meinung zu bilden. Auch Fälle von risikobehafteter Bildschirmnutzung nähmen zu – immer mehr junge Leute nutzen also die Medien so stark, dass es ihrer Gesundheit schadet.
Dabei sieht der Arzt auch die Eltern in der Verantwortung. Sie sollten Grenzen setzen, selbst mit gutem Beispiel vorangehen und sich dafür interessieren, was ihre Kinder auf Smartphone, Tablet oder anderen Geräten anschauen. Das geschehe seiner Erfahrung nach allerdings zu selten. Besonders bei kleinen Kindern beobachte er einen Trend, Geräte einzusetzen, damit sie ruhig sind. Seine Forderung lautet deshalb: „bildschirmfrei bis drei“.
Gesetzgeber und Eltern in der Pflicht
Was dagegen helfen könnte? Der Experte hält Aufklärung für wichtig. Jugendlichen müsse vermittelt werden, welche Folgen eine sehr intensive Smartphone- und Social-Media-Nutzung haben kann. Gleichzeitig fordert er strengere Regeln für die Betreiber der Plattformen. Ein Social-Media-Verbot bis zum Alter von 14 Jahren könne aus seiner Sicht ein Baustein sein – allein reiche es aber nicht aus, da Jugendliche solche Verbote umgehen könnten.
Für Eltern bleibt damit vor allem eine Aufgabe: Sie sollten die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten, klare Grenzen setzen und selbst Vorbild sein. Denn nach Einschätzung des Experten geht es dabei nicht nur um den Umgang mit Smartphones, sondern um die Zukunft von Kindern und Jugendlichen.
Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung
Gehtraining ist Nr. 1 bei pAVK

Durchblutung verbessern
Bei der „Schaufensterkrankheit“ kann Bewegung die Gehfähigkeit deutlich verbessern. Auch wenn die Beine beim Laufen schmerzen, ist gezieltes Training wichtig. Doch es kommt darauf an, richtig zu trainieren – und Warnzeichen ernst zu nehmen.
Beinschmerzen durch gestörte Durchblutung
Wer beim Gehen immer wieder Schmerzen in den Waden oder Beinen bekommt und deshalb stehen bleiben muss, könnte an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) leiden. Umgangssprachlich wird sie auch „Schaufensterkrankheit“ genannt. Bei einer pAVK sind die Arterien verengt oder verschlossen, sodass die Beinmuskeln beim Gehen nicht ausreichend mit Blut versorgt werden. Dann fehlt den Muskeln der nötige Sauerstoff – und es entstehen Schmerzen.
Doch gerade dann ist Bewegung wichtig, betonen Fachleute. In der neuen pAVK-Leitlinie wurde bei belastungsabhängigen Beschwerden das strukturierte Gefäßtraining stark aufgewertet. Es soll zunächst über drei bis sechs Monate durchgeführt werden, daneben werden Risikofaktoren und Begleiterkrankungen behandelt.
Bis zum erträglichen Schmerz laufen
Das Besondere am Gehtraining: Es soll nicht beendet werden, sobald die ersten Beschwerden auftreten. Wichtig ist, dass die Betroffenen bis zu einem für sie erträglichen Schmerz weitergehen. Denn durch diese Belastung können sich sogenannte Kollateralen bilden. Das sind zusätzliche kleine Blutgefäße, die die Funktion eines verschlossenen Gefäßes teilweise übernehmen können.
Am effektivsten ist ein angeleitetes Gehtraining in einer Gefäßsportgruppe. Optimal sind drei Trainingseinheiten pro Woche mit jeweils etwa 30 Minuten. Möglich ist auch eine längere Einheit von etwa 60 Minuten pro Woche. Dabei geht es nicht ausschließlich ums Laufen: Auch Koordinations-, Kraft- und Beweglichkeitsübungen gehören dazu.
Zuhause trainieren geht auch
Wer keine Gefäßsportgruppe in der Nähe findet, kann auch in Eigenregie trainieren. Wichtig ist dabei, konkrete Ziele festzulegen und die Fortschritte regelmäßig zu überprüfen. Schon nach ein bis zwei Wochen können erste Verbesserungen spürbar sein. Eine einfache Möglichkeit ist, eine alltägliche Strecke – etwa zum Bäcker – als persönliche Messstrecke zu nutzen und zu beobachten, wie häufig man unterwegs stehen bleiben muss.
Auch Radfahren, Krafttraining der Beine oder Nordic Walking können die Bewegung ergänzen. Welche Sportart geeignet ist, hängt allerdings unter anderem davon ab, wo genau die Gefäße verengt sind.
Wenn Schmerz ein Warnzeichen ist
Nicht jeder Schmerz sollte „wegtrainiert“ werden. Treten Schmerzen bereits in Ruhe auf oder entstehen offene Wunden an den Füßen oder Beinen, kann dies auf ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium hinweisen. Dann kann weiteres Training schaden und es ist eine rasche ärztliche Abklärung erforderlich.
Quelle: Ärztezeitung
Tabuthema Harninkontinenz

Peinliche Momente müssen nicht sein
Viele Frauen im mittleren und höheren Alter leiden unter unkontrolliertem Urinverlust, doch kaum eine spricht mit ihrer Ärztin über das Thema. Möglichkeiten zu Vorbeugung und Behandlung der Inkontinenz zeigt der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) auf.
Jede dritte ältere Frau betroffen – und kaum eine redet darüber
Zum Thema Harninkontinenz veröffentlichte das Robert Koch-Institut zusammen mit dem Statistischen Bundesamt einen Gesundheitsbericht mit alarmierenden Zahlen: Mehr als jede 10. Frau im Alter zwischen 40 und 49 Jahren leidet unter unfreiwilligem Urinverlust, zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr ist jede 4. Frau betroffen und über 80 Jahren jede 3.
„Mehr als die Hälfte der Frauen, die inkontinent sind, hat jedoch noch nie darüber mit ihrem Frauenarzt gesprochen,“ betont Christian Albring, Präsident des BVF. „Häufig finden sich gerade bei älteren Damen chronische Harnwegsinfektionen, die mit einem Antibiotikum, gegebenenfalls unterstützt durch eine lokale Hormonbehandlung, sehr gut behandelt werden können. Oder es findet sich eine Schwäche des Beckenbodens, die einer ärztlichen Behandlung zugänglich ist.“
Vorbeugen ist die beste Medizin
Einfache Maßnahmen wie Muskeltraining oder eine Physiotherapie reichen oft schon aus, die Beschwerden zu lindern. Positiv auf einen funktionierenden Verschluss der Harnröhre wirkt sich auch eine Gewichtsreduktion aus. Denn ein schwerer Bauch drückt auf die Blase - ist die bereits geschwächt, kommt es zur Inkontinenz. Wer seinen Beckenboden kräftigen will, setzt am besten auf Sport. Besonders nach einer Schwangerschaft ist die Beckenbodengymnastik wichtig, denn bei einer Geburt leiden die Muskeln besonders.
Das weibliche Sexualhormon Östrogen regeneriert die Schleimhautschichten von Vagina und Harnröhre. Sinkt der Hormonspiegel, wird die Schleimhaut der Harnröhre dünner. Albring erläutert: „Deshalb kann es passieren, dass die Harnröhre nicht mehr […] dicht abschließt". In diesem Fall hilft oft eine örtliche Behandlung mit einer Hormoncreme. Inkontinenzhöschen sieht der Frauenarzt als eine der letzten Möglichkeiten. Doch auch mit Einlagen ist ein normales Leben möglich. Moderne Einlagen absorbieren Flüssigkeit und Gerüche zuverlässig. Viele Frauen können sich die teure Produkte jedoch nicht dauerhaft leisten. Auch in diesem Fall lohnt sich ein Gespräch mit der Frauenärzt*in: Sie kann die Produkte auf einem Heilmittelrezept verordnen.
Hilft Johanniskraut bei Depressionen?

Antidepressivum aus der Natur
Pflanzliche Wirkstoffe sind nicht zu unterschätzen – in einigen Fällen können sie durchaus mit ihren chemischen Verwandten mithalten. So zeigen zum Beispiel Studien mit Johanniskraut, dass der Pflanzenextrakt in einigen Fällen ähnlich gut wie synthetische Antidepressiva hilft.
Bei leichten und mittelschweren Depressionen
Eine Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, deren Behandlung unbedingt in fachliche Hände gehört. Viele Patient*innen profitieren dann von einer Psychotherapie in Kombination mit Antidepressiva. Auch die Natur hat gegen Depressionen etwas zu bieten: nämlich die Extrakte aus dem Johanniskraut. Eine große Überblicksstudie zeigt, dass die Präparate bei leichten und mittelschweren Depressionen ähnlich gut helfen wie chemische Antidepressiva.
Mehr als ein Placebo-Effekt
In der Überblicksarbeit fassten die Forscher*innen die Ergebnisse mehrerer kleineren Studien zusammen, so dass sie die Ergebnisse von insgesamt über 6000 Teilnehmenden auswerten konnten. Alle Studien hatten eine gute Qualität. Sie waren zum Beispiel placebo-kontrolliert: Eine Gruppe erhielt also Johanniskraut, die andere nur ein Placebo, also ein Präparat ohne Wirkstoff. So lässt sich ausschließen, dass der Effekt nur auf die positive Erwartungshaltung der Proband*innen zurückzuführen ist.
Gut verträgliche Alternative
In der Wirkung schnitt das Johanniskraut nicht nur deutlich besser ab als das Placebo, sondern auch ähnlich gut wie synthetische Antidepressiva. Nachgewiesen wurde der Effekt für acht Wochen, danach endeten die Studien. Studien für schwere Depressionen gibt es allerdings nicht, hier ist keine Aussage über die Wirkung möglich.
Ein Vorteil von Johanniskraut gegenüber synthetischen Präparaten könnte die bessere Verträglichkeit sein. Dennoch kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen, etwa zu Übelkeit oder Kopfschmerzen. Unter Johanniskraut sollte man zudem die Sonne meiden, weil es sonst schnell zu sonnenbrand-ähnlichen Hautirritationen kommt.
Wechselwirkung mit anderen Medikamenten abklären
Die Einnahme von Johanniskraut sollte man immer mit der Apotheker*in oder Ärzt*in absprechen. In vielen Fällen verändert Johanniskraut nämlich die Wirkung gleichzeitig eingenommener Medikamente. So lässt etwa der Verhütungsschutz der Antibaby-Pille nach. Außerdem darf man Johanniskraut nicht mit anderen Antidepressiva kombinieren, weil sich die Nebenwirkungen dann meist verstärken.
Quelle: www.medizin-transparent.at























